Gerichtsurteile
Verständlich für jedermann

Rechtssysteme: Unterschiede im internationalen Vergleich

Die Gestaltung der Rechtssysteme einzelner Länder ist so vielfältig, wie es Länder gibt. Kaum ein Rechtssystem gleicht dem anderen. Maßgeblich wird die Gestaltung dieser Systeme durch das in dem jeweiligen Land vorherrschende Gesellschaftssystem bestimmt – ob Demokratie, Monarchie oder Diktatur, jede hat ihr eigenes Rechtssystem.

Die Gewaltenteilung Deutschlands garantiert durch gegenseitige Kontrolle die Unabhängigkeit der Justiz. Zur Regelung von Konflikten sind in Deutschland Gerichte berufen, die auf dem Grundsatz der freien Beweiswürdigung operieren und von der Exekutive völlig unbeeinflusst entscheiden.
Grundlage dieser Entscheidungen ist das in Deutschland geltende Recht, das, je nach Rechtsgebiet, seinen Niederschlag in einschlägigen Gesetzten findet. Doch im internationalen Vergleich lassen sich vielfältige Unterschiede finden.

Ein europäischer Ausblick

Gerade in der Europäischen Union als immer fester zusammenwachsendes Staatengebilde wird verstärkt Wert auf eine Angleichung der Rechtssysteme gelegt. Dennoch bestehen innerhalb der EU weiterhin enorme Unterschiede. So werden in der konstitutionellen Monarchie Großbritanniens Gerichtsurteile in Ermangelung einer Verfassung nicht anhand von Gesetzen, sondern anhand bestehender Präzedenzfälle entschieden, dem sogenannten Gewohnheitsrecht. Auch die Anzahl der möglichen zu durchlaufenden gerichtlichen Instanzen variiert. Sind es in Deutschland in der Regel drei, sind es in Frankreich mit den Berufungsgerichten auf zweiter Instanz lediglich diese Zwei.

Menschenwürde und politische Interessen

Blickt man über den Tellerrand Europas hinaus, lässt sich feststellen, dass die Stellung der Menschenwürde innerhalb der Verfassungen ein maßgebliches Kriterium des jeweiligen Rechtssystems darstellt. In China, als autoritärem Einparteiensystem, werden die Gerichte durch das Parlament kontrolliert. Das Primat der Politik verhindert die Unabhängigkeit der Gerichte, eine gegenseitige Kontrolle durch Gewaltenteilung existiert nicht. In Russland hingegen ist die Gewaltenteilung sowie die Unabhängigkeit der Gerichte in der Verfassung zwar festgelegt, die Justiz dennoch weitgehend von der Politik abhängig. Auch die Sanktionen einzelner Rechtssysteme unterscheiden sich. Sind es in Deutschland hauptsächlich Geld- oder Freiheitsstrafen, so ist die Todesstrafe in 58 Ländern bis zum heutigen Tage ein Sanktionierungsmittel.

Rechtsprechung auch in der Laiensphäre

Die USA als Weltmacht Nummer eins besitzt, wie Deutschland, souveräne Bundesstaaten mit eigenen Gerichten, sowie einen obersten Gerichtshof als höchstes Bundesgericht. Maßgeblicher Unterschied ist allerdings die Urteilsfindung durch Laien, sogenannte Geschworene, deren Beeinflussung durch rhetorisches Geschick des Anwalts möglich ist, Urteile somit nicht immer objektiv gefällt werden.

Fotomaterial: Fotolia - Thorben WengertSimilar Posts: